Blut-, Organ- und Knochenmarkspende oder auch Menschen zweiter Klasse

Ich mache dann auch mal den c&p des Blogs von @kpeterlBW, denn das Thema ist, wie ihr wisst mir sehr wichtig und wir kommen nur voran, wenn wir ALLE uns dafür einsetzen.

Dass Petitionen viel bewirken glaube ich nicht, aber ich sie können ein Thema bewusster machen und deshalb habe ich unterzeichnet. Untenstehend der vollständige Beitrag von @kpeterlBW wie er ihn in seinem Blog veröffentlicht hat:

#BUNTSPENDEN UNTERSTÜTZEN, DENN ES GIBT KEIN BLUT ERSTER UND ZWEITER KLASSE

tl;dr Menschen aufgrund von Vorurteilen vom Blutspenden auszuschließen ist nicht nur diskriminierend, sondern auch nicht hilfreich! Darum „Bunt Spenden“ unterstützen und hier unterschreiben

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Diesen Sommer wird Flagge gezeigt, und das nicht nur beim Fußball. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), der Christopher Street Day e. V. Berlin und DDB Tribal Berlin starten eine Petition gegen eine immer noch aktuelle Diskriminierung: Bi- und homosexuelle Männer dürfen hierzulande auch 2014 kein Blut spenden. Los geht’s mit einem echten Heimspiel vor 700.000 Menschen auf dem Christopher Street Day (CSD) am 21. Juni 2014.“ Mit diesen Worten kündigt der LSVD die Aktion „Bunt Spenden“ an. Die Frage, ob ihr Blut schlechter ist als das Anderer, stellen sich seit Jahren viele Menschen.

In Deutschland gibt es Blut erster und zweiter Klasse

Wer als Mann einmal (!) in seinem Leben Sex mit einem Mann hatte, darf sein ganzes Leben lang weder Blut noch Knochenmark spenden. Wenn er lebend Organe spenden will, so darf ein Arzt ihn, ohne weitere Begründung von der Spende ausschließen. Einzig Toten wird in der Bundesrepublik dem Mann der (einmalige) Sex mit einem Mann verziehen.

Doch nicht nur Einmaliger Sex mit einem Mann ist ein Ausschlussgrund bis zum Grab.

Du hast als Sexarbeiter oder Sexarbeiterin gearbeitet? Ausschluss bis zum Tod von Blut- und Knochenmarkspenden ist die Strafe.

Du hast mal Drogen gespritzt oder geschnupft? Dein Lebensrettendes Blut oder Knochenmark wollen wir nicht.

Im Jahre 2014 werden Menschen, die Zeitweise oder immer ein leben außerhalb spießiger Moral und Wertvorstellungen leben wollen oder auch nur Einmalig gegen diese verstoßen und sich z. B. sexuell ausprobieren und mit einem Mann einlassen, Prostituieren oder Drogengebraucher sind, stigmatisiert.[1]

Mit der Begründung einer erhöhten Ansteckungsgefahr von Geschlechtskrankheiten wird tausenden von Männern eine Blutspende verwehrt.

Dies geschieht sogar in Notfällen, wenn seltene Blutgruppen dringend benötigt werden.

Doch ist dieses Gebaren tatsächlich noch realitätsnah?

Viele Landesverbände der Piratenpartei sehen das inzwischen anders. So haben die Landesverbände Sachsen, Brandenburg und Baden Württemberg hierzu ganz klar Position bezogen.

Die grundsätzliche Zulassung aller Menschen zur Blutspende

Sie fordern eine grundsätzliche Zulassung aller Menschen zur Blutspende.

Hierzu zählen wir insbesondere bislang ausgegrenzte Gruppen wie MSM (Männer, die Sex mit Männern haben), weibliche und männliche Sexarbeiter sowie Drogenkonsumenten, die Drogen intravenös (I.v.) anwenden oder schnupfen. [2]

“Unzweifelhaft gilt: Die Qualität von Blutprodukten muss gewährleistet bleiben und rechtfertigt weiterhin den begründeten Ausschluss von einzelnen Menschen von der Blutspende. Sie dürfen, bei Risikoverhalten, zum Schutz anderer Menschen, von der Blutspende ausgeschlossen werden. Hierfür ausschlaggebend soll jedoch das individuell tatsächlich vorliegende Risikoverhalten und nicht ein hergeleitetes Gruppenverhalten sein.” [3]

Denn es ist nicht plausibel eine ganze Gruppe von Menschen zu diskriminieren, weil einem geringer Prozentsatz dieser Gruppe ein höheren Risikofaktor zugerechnet wird.

So bitter es klingt: halten wir es uns vor Augen das Guido Westerwelle zu seiner eigenen Rettung aktuell weder Knochenmark noch Blutspenden dürfte.

Für mich gilt, das die Blutspenderauswahlkriterien risikobezogen, unabhängig von der sexuelle Orientierung und anderen, die persönlichen Lebensumstände betreffenden Faktoren, gefasst werden müssen. Die für die Ausgestaltung der Blutspende-Richtlinien.

„Bunt Spenden“ unterstützen

Ein erster Schritt um zu beginnen ist, die folgende Petition durch eure Unterschrift zu unterstützen: „Bunt Spenden“, denn es gibt kein Blut erster und zweiter Klasse!

Ich habe schon unterzeichnet, wann tust du es?

Anmerkungen

Dieser Blogpost entstand nach einer Idee von Sandra @Raven2012_SN Willer zur Unterstützung der Aktion des @LSVD Daraufhin haben wir diesen Blogpost geschrieben und hier und bei mir veröffentlicht. Ich bitte euch: übernehmt ihn und veröffentlicht ihn auf euren Blogs. Es gilt, 50000 Unterschriften zu erreichen.

[1] http://kpeterl.wordpress.com/2012/06/29/giftiges-blut/

[2] Die Piraten Thüringen setzen sich zwar auch für eine Überarbeitung der Richtlinien zur Gewinnung von Blutprodukten ein, fordern aber keine grundsätzliche Zulassung aller Menschen zur Blutspende http://wiki.piraten-thueringen.de/TH:Landesparteitag_2013.3/Antragsportal/Sonstiger_Antrag_-_003

[3] siehe hier http://www.janschejbal.de/piraten/antragsviewer122/#antrag=PAPA564 und hier http://lptbw.de/wp-content/uploads/Antragsbuch-LPT-2014.pdf

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Unser eigentliches Problem

Liebe Piraten,

lange habe ich überlegt, ob ich diesen Blogpost schreiben soll, ob es nur meine Frustration ist, oder ob ihr euch dessen, was folgt nicht vielleicht schon bewusst seid und es schlicht ignoriert.

Ich bin nun seit über 4 Jahren in dieser Partei, habe viele Hochs und Tiefs erlebt. Meiner Meinung nach haben wir nicht wirklich ein Problem mit Flügeln oder einzelnen Personen, sondern ganz andere und sehr viel größere Probleme.

Es sind die mangelnden Aktiven!

Manche von euch kennen mich vielleicht auch schon näher und wissen, dass ich auch bereits verschiedenste Vorstandsämter ausgeübt, mich aber sehr stark aus Vorstandsämtern und zuletzt auch nicht mehr für irgendein Vorstandsamt kandidiert habe, obwohl ich von verschiedenen Seiten dazu ermutigt wurde.

Ich habe keine Lust darauf, den Handlanger zu spielen! Ich habe keine Lust ALLE Arbeiten zu übernehmen! Vorstand in dieser Partei zu sein heißt inzwischen schlicht nur noch: „Du bist Vorstand, du machst!“ Diesen Zustand kann und will ich nicht mittragen!

Wir sind eine Partei, wir haben verdammt nochmal gemeinsame Ziele! Warum soll nur der Vorstand machen? Wir selbst rezitieren laufend das Mantra des Vorstands ohne Macht und nur verwaltender Tätigkeit. Geht es aber darum, mal anzupacken, schweigt die Basis* plötzlich!

Es muss ja gar nicht so sein, wie damals™ als wir so viele Aktive hatten, dass uns die Aufgaben ausgegangen sind. Die von allen genannten üblichen 10% würden mir schon reichen. Meinem Gefühl nach sind wir aktuell eher so bei 3% Aktiven und Kreisverbänden mit 50 Mitgliedern, die nur mit gutem Willen und Angst vor schlechter Presse zusammengehalten werden.

Die wenigen Aktiven, die wir haben verbrennen wir! Entweder weil wir sagen „oh, cool, da ist jemand, der macht, geben wir ihm mal ordentlich was zu tun.“ oder weil von 1000 Sachen, die jemand macht mal eine nicht ganz so gut läuft und dafür einen Shitstorm epischen Ausmaßes entfesselt wird.

In dieser Atmosphäre möchte ich nicht arbeiten! Wir brauchen dringend Leute, die mit anpacken! Leute, die sich in die dritte Reihe stellen, sich an nichts beteiligen und hinterher alles besser wissen, haben wir bereits genug!

Helfen bezahlte Vorstände?

Ich kann diese Diskussionen um bezahlte Vorstände nicht mehr sehen!

Für mich ist das nur Sympthom- aber keine Ursachenbekämpfung. Es fehlen die Menschen, die unseren Vorständen Arbeit abnehmen, die sie unterstützen.

Ihr wollt Beispiele für die zuvor genannten Thesen?

Ich nehme hier nur Beispiele der letzten paar Tage, das wird sonst zu lang.

Manche von euch wissen, es kommt da sowas auf uns zu, das sich Kommunalwahl nennt. In den meisten Bundesländern müssen wir Unterschriften sammeln, damit wir antreten dürfen. Es gibt da auch noch Fristen, bis zu denen Unterschriften gesammelt sein müssen. Es ist Winter und daher wird es nicht einfacher. Damit die Frist auch eingehalten werden kann, wird eine Aufstellungsversammlung einberufen. In besagtem Kreis sind ca. 60 – 70 Piraten ansässig. Wie viele davon erscheinen? Genau 8! Daher habe ich, selbst, wenn wir die Unterschriften zusammen bekommen würden, große Zweifel, dass wir in den Stadtrat kommen. Um das volle Potential an Stimmen bekommen zu können, hätten wir nämlich 20 Leute auf der Liste gebraucht. Bei 60 – 70 Piraten im Kreis sollte sowas locker machbar sein!

Von den 8 Leuten, die für die Liste kandidiert haben, schaffen es nichtmal alle zeitnah eine Wählbarkeitsbescheinigung zu organisieren. Von der Abgabe der Formulare der Aufstellungsversammlung beim Wahlleiter mal ganz zu schweigen.

Leute, die sich zur Unterschriftensammlung bereit erklärt haben gibt es exakt 0. In Worten NULL.

Es wird gefragt, wer alles Lust hätte zu einem Weihnachtsmarktbesuch außerhalb der Stammtische. Reaktionen? Keine!

Meine gesamte Twittertimeline ruft, wie besch…. eine GroKo für uns wäre, aber NIRGENDS! Wird auch nur eine Aktion geplant, die zur Aufklärung über die GroKo dient und den Leuten Alternativen aufzeigt. Dass man z.B. Wahlen staffeln könnte, sprich, nachdem die Parteien gewählt wurden, ein zweiter Wahlgang gemacht wird, bei dem die Koalition gewählt wird, die eingegangen werden soll.

Es wird ein Riesenwind gemacht, dass die NSA uns abhört und wie schlimm TAFTA ist. Aktionen? Keine.

Weiteres Beispiel: es kursiert nun seit Tagen auf Twitter eine Petition, die sich für die Abschaffung der Sanktionen bei H4 ausspricht. Es wird gelobhuddelt, wie toll wir alle sind und wie viele Unterstützer die Petition schon hat.

Ernsthaft?! Ich meine ERNSTHAFT?! Ihr glaubt, ihr könnt mit einer solchen Petition tatsächlich was ändern? Wenn ihr wirklich etwas ändern wollt, MÜSST ihr auf die Straße gehen. Ihr müsst demonstrieren. Ihr müsst die Leute über die gängige Praxis aufklären. Aber klar, das geht nicht, wenn man seinen Arsch in den Sessel in der warmen Bude drückt. Wir brauchen mehr Leute, die mitmachen, die anpacken und nicht vor dem PC sitzen und schauen, wo man gerade den nächsten Skandal aufbauschen könnte.

Es ist nicht die Presse und es sind nicht die Flügel, die die Schuld an unseren Wahlergebnissen und Umfragen tragen. WIR sind es! Weil wir uns nicht zusammenraufen und etwas anpacken. Weil wir es nicht schaffen, mal ein paar geile Aktionen zu reißen. Wenn wir wieder zu sowas, wie einer ernsthaften Partei werden wollen, hilft uns keine Selbstbeweihräucherung, welche tollen Petitionen man unterstützt hat. Auch keine noch so tolle Satzung, oder Geschäftsordnung, Parteitag, ja nichtmal ein noch so geniales Programm wird uns helfen. Wir müssen nach draußen, wir müssen anpacken, wir müssen Menschen, die bereit sind, für uns Verantwortung zu tragen unterstützen!

Verlasst endlich eure Bubble und packt an!

*ja, es gibt sehr wenige, dafür umso löblichere Ausnahmen, bei denen ich mich ausdrücklich bedanken möchte.

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Liebe Feminist*innen

Auf ein paar wenige von euch bin ich sauer. Richtig sauer. Extrem sauer!

Doch zurück auf Anfang und warum ich so sauer bin.

Der heutige Auslöser ist dieser. In der Kurzform geht es darum, dass nach dem Philosophen Moses Mendelssohn kein Platz benannt werden darf, weil er …. ein Mann ist.[1]

Friedrichshain-Kreuzberg hat sich 2005 eine Frauenquote von 50 Prozent verschrieben. Laut einem Beschluss der von den Grünen dominierten Bezirksverordnetenversammlung müssen Straßen und Plätze zur Hälfte nach Frauen benannt werden. Bis die Quote erreicht ist, sollen nur noch weibliche Namen vergeben werden.[2]

Ausnahmen gibt es aber sehr wohl.Einerseits für verdiente Revolutionäre, weshalb die Adresse der taz dann auch die Rudi- und nicht die Gretchen Dutschke Straße ist. Andererseits auch für Nazi Opfer, weshalb am 26. Mai die Gabelsberger Str. in Silvio-Meier-Straße [3] unbenannt wurde. Mendelssohns Problem: er ist weder das eine noch das andere, sondern, was in Friedrichshain-Kreuzberg anrüchig zu sein scheint, Jude.

Nicht, das Rudi Dutschke und Silvio Meier es nicht verdient hätten, das eine Straße nach ihnen Benannt wird. Bemerkenswert ist vielmehr, das ausgerechnet bei einem Juden der Quoten Beschluss Herausgeholt und auf seien Einhaltung gepocht wird.

Hier sind mMn einige sehr weit übers Ziel hinaus geschossen und haben statt ihre Sache zu fördern, ihr deutlichen Schaden zugefügt, indem sie sich für Antisemitismus haben instrumentalisieren lassen.

Liebe Bezirksverordnete, die ihr darauf bestanden habt, dass der Platz nach einer Frau benannt wird, bitte klärt mich auf warum es auf der einen Seite möglich ist, eine Straße trotz Nichterfüllung der Quote nach einem Mann zu benennen und es bei einem Menschen jüdischen Glaubens nicht. Und vor allem, benennt den Platz doch einfach nach Mendelssohn.

[1] http://www.berliner-zeitung.de/meinung/kolumne-kein-platz-fuer-moses-mendelssohn,10808020,22252506.html

[2] http://www.welt.de/vermischtes/kurioses/article115541901/Farce-um-Frauenquote-fuer-Strassennamen-in-Berlin.html

[3] http://www.berliner-zeitung.de/berlin/strasse-in-friedrichshain-nach-silvio-meier-benannt,10809148,22599352,view,asTicker.html

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Alltag

„Ich habe nichts gegen Schwule, die sind toll, aber ich möchte keinen als Kollegen.“ Das war die Aussage einer ehemaligen Kollegin von mir. Ich habe dieses Zitat gewählt, weil es besonders gut zeigt, wie pseudotolerant unsere Gesellschaft ist. Vorne hui, alles toll und hintenrum „guck mal die scheiß Schwuchteln da.“

Was ich hier beschreibe sind ein paar der Vorfälle aus den beiden letzten Monaten.

Es war Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen, einer Stadt mit mehr als 160 000 Einwohnern, von der man ausgehen sollte, dass eine gewisse Toleranz existiert, als ich seit langer Zeit daran erinnert wurde, wie verkorkst diese Gesellschaft ist.

Wir, mein Freund und ich, wurden von gefühlt allen Leuten begafft. Es wurden Nasen gerümpft oder sich direkt verächtlicher Gesten und Mimik bedient. Dabei blieb es jedoch nicht. Uns wurde „Schwuchteln“ hinterhergerufen, oder auch Späße, wie Autofahrer, die anhalten, um besonders gut gaffen zu können.

Mein Freund erhielt auch immer wieder Anrufe, in denen er aufs übelste beleidigt wurde, weil er ist, wie er ist. Selbstverständlich hatte der Anrufer die Nummer unterdrückt.

Es kam eine Party, bei der mein Freund zwangsgeoutet wurde, weil einer seiner Freunde die Klappe nicht halten und die Entscheidung meinem Freund überlassen, konnte. Direkt haben sich einige seiner „Freunde“ von ihm separiert. Wird man zu einem anderen Menschen, wenn andere auf einmal davon wissen? Ich glaube kaum.

Es ging weiter, es kam eine weitere Party. Bei dieser rief einer der Gäste an meinen Freund gerichtet: „Hängt die Schwuchtel auf!“ – Es hat KEINEN der anderen Gäste auch nur interessiert!

Medienwechsel.

Twitter: sicherlich habt ihr mitbekommen, dass in letzter Zeit die Aufschrei Debatte durchs Netz geisterte. Meine Hinweise, dass es noch andere Menschen, als Frauen gibt, die unter heftigster Diskriminierung zu leiden haben, wurden ignoriert. Teilweise wurde ich dafür auch angefeindet. Dennoch konnte ich ein paar Diskussionen anregen.

In diesen Diskussionen wurde mir von anderen Menschen, die auch meinten, dass z.B. Schwule und Lesben massiv angegangen werden und eine Öffentlichkeit brauchen, berichtet, dass sie ebenfalls angefeindet wurden. Teilweise wurde ihnen auch derailing vorgeworfen.

Im folgenden Verlauf konnte ich dann auch einen Medienvertreter in für die Diskussion gewinnen. Das Schlimme an der Diskussion war nicht die Diskussion mit dem Medienvertreter, sondern dem, was drumherum geschah. Dass man sich seitens der Medien kaum dafür interessiert, ist leider nachvollziehbar, bringt keine Einschaltquoten. Es mischten sich immer mehr Leute in die Diskussion ein, soweit so gut, ich mag Diskussionsrunden. Was dann geschah … mir wurde teils von Leuten gesagt, ich solle mich nicht so haben und das wäre alles nicht so schlimm. Wir erinnern uns? „Hängt die Schwuchtel auf!“ und NIEMAND greift ein? Es folgten sogar großartige Ratschläge. Wir sollen uns organisieren. Ich dachte, das wären wir bereits? Es gibt den LSVD, es gibt diverse Stiftungen, es gibt die CSD usw. was fehlt ist die öffentliche Sensibilisierung bei dem Thema!

Funfact am Rande: Die Feiern beim CSD hatten mal den Ursprung, dass Schwule und Lesben der Polizei, die damals willkürlich gewalttätige Razzien zur Diskriminierung durchgeführt hat, solange Paroli geboten hat, bis die Polizei schließlich eingeknickt ist.  (Link)

Am Rande der Aufschreidebatte haben Queermenschen den Tag Queeraufschrei zum Leben erweckt. Die dort geschilderten Vorfälle haben gefühlt kaum jemanden auch nur interessiert. In den Medien kam keinerlei Resonanz. Die Aktion „Bruderkuss“ bei der vor der russischen Botschaft gegen die neue Gesetzgebung gegen Homosexuelle in Russland demonstriert wurde, wurde nur in sehr wenigen Queermedien aufgegriffen.

Zurück ins reale Leben: Es war dieses Wochenende, als wir wieder unterwegs waren. Es kamen wieder die alltäglichen Rufe „Schwuchtel“ und schlimmeres. Interessiert hat sich niemand dafür. Es ging jedoch weiter. Wir waren in einer vollbesetzten Straßenbahn, als wir von einem *zensiert* aufs heftigste beschimpft wurden. Selbstverständlich hat sich NIEMAND in der vollbesetzten Bahn dafür interessiert.

Solltet ihr in eurem Umfeld ebenfalls erleben, wie andere Menschen angefeindet, bedroht usw. werden, weil sie nicht dem Bild einer heteronormativen Gesellschaft entsprechen, greift ein, wir danken es euch.

Als Abschluss noch ein kleines Lied, das zwar nicht gesanglich oder musikalisch überzeugen kann, dafür mit einer großartigen Story. Youtube

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Homophobie bei Singleportalen?

Beinahe hätte ich meinen Schriftwechsel mit Friendscout24 vergessen, wäre ich heute nicht daran erinnert worden. Allem Anschein ist Friendscout nicht das einzige Singleportal, dass sich möglichst seriös hinstellt, aber bei genauer Betrachtung diskriminierend ist.

Bevor ich nun beschreibe, was mir damals passiert ist, beschreibe ich, was ich bezwecken möchte.

Ich möchte die „Einzelfälle“ sammeln, damit wir gemeinsam als Community zeigen können, dass auch wir viele sind und diese Diskriminierung seitens der Anbieter ein Ende haben muss. Wir haben schließlich 2012 und nicht 1812. Wir wollen so leben, wie wir sind und dazu gehört auch, dass Singleportale der Vielfalt gerecht werden. Für uns bedeutet das, dass wir die Anbieter nicht mit Hass- und Drohmails überziehen, sondern sachlich, als viele auf unser Recht pochen, nicht ausgeschlossen zu werden.

Ihr habt ähnliches, wie ich erlebt? Schreibt es mir in die Kommentare!

Es begab sich vor einiger Zeit, als ein guter Freund von mir auf Partnersuche war. Dabei ist er auf Friendscout24 gestossen und hat dort auch jemanden kennengelernt. Daraufhin habe ich mich dann auch mal dort angemeldet, dieses Singleleben bin ich irgendwann mal überdrüssig.

Ich legte mein Profil an und war erfreut, dass ich die Möglichkeit hatte anzugeben, dass ich nach Männern suche, eine Sache, die nicht immer selbstverständlich ist. Was folgte war die Ernüchterung. Als Mann hat man ausschließlich die Möglichkeit nach Frauen zu suchen. Möchte man nach Männern suchen, benötigt man einen Premiumaccount und muss über 5 Ecken in die tiefsten Tiefen des Portals einsteigen. Eine Schnellsuche, wie bei heteros? Fehlanzeige. Es geht sogar weiter, dass man in den Werbemails für Premiummitgliedschaft gesagt bekommt, wie toll man dort doch Frauen kennenlernen würde.

Derart ernüchtert habe mich an den Support gewandt.

Hallo liebes Team von Friendscout24.de
Ist geplant auf die sexuelle Neigung der Nutzer einzugehen?

Es wirkt etwas befremdlich, wenn man als Mann angibt, andere Männer zu
suchen und nur Frauen vorgeschlagen bekommt und auch in den Mails zur
Premiumitgliedschaft davon die Rede ist, dass man dadurch mehr und besser
Frauen kennenlernen könne.

Gruß xxx

Es folgte, eine wie ich finde, bodenlose Frechheit. Statt mir zu antworten, warum die Suche für nicht heteronormative Menschen kostenpflichtig ist und inwieweit geplant ist, etwas zu ändern, erhalte ich folgende Mail:

Hallo xxx,

vielen Dank für Ihre E-Mail!

Wie unser Slogan es ahnen läßt, ist FriendScout24 für Menschen gedacht, die
flirten und sich verlieben möchten. Haben Sie andere Absichten empfehlen
wir Ihnen unser neues Portal: www.secret.de. Probieren Sie es aus und
teilen Sie uns Ihre Meinung mit.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Suche,

Mit freundlichen Grüßen

XXXX
Ihr FriendScout24-Team
kundenservice@friendscout24.de

FriendScout24 GmbH
Beirat: Dr. Martin Enderle (Vorsitzender)
Geschäftsführer: Martina Bruder (CEO)
Dr. Jörg Rahmer (COO)
Handelsregister: Amtsgericht München, HRB 147483
Sitz der Gesellschaft: München

Da habe ich nachgefragt, warum ich diskriminiert werde und erhalte als Antwort ein Sexdatingportal. SO wird das schonmal gar nichts.

Hallo liebes Friendscout24.de Team,

wie meine vorherige Mitteilung erahnen lässt, bin ich auf der Suche nach einer Beziehung und nicht nur nach Sex.

Mir dies zu unterstellen, nachdem ich meine Beweggründe ganz klar mitgeteilt habe, finde ich nunja …. nicht unbedingt schmeichelhaft.

Daher nochmals mein Anliegen:

Ich bin männlich und würde gerne andere Männer finden.

Leider ist dies aktuell nicht möglich.

Suche ich manuell nach anderen Männern, so kommen bei der Suche fast ausschließlich hetero Männer heraus, was mir nicht unbedingt weiterhilft.

Lasse ich mir die Vorschläge, die laut BQ Check wunderbar zu mir passen anzeigen, finde ich dort ausschließlich Frauen. Auch die Werbenachrichten sagen aus, dass ich nach einer Frau suchen würde, so könnte ich mit Paket xy ganz super toll Frauen kennenlernen. Dies ist nicht meine Absicht, denn ich habe ganz klar angegeben, Männer zu suchen.

Mit freundlichen Grüßen und in der Hoffnung auf Änderung,

xxxx

Noch deutlicher kann man es kaum in freundlich darlegen, dass man nunja …. unzufrieden ist.

Es folgt leider eine weitere nicht zufriedenstellende Antwort, denn um diese Suche auszuführen bedarf es einer Premiummitgliedschaft. Heteronormative Menschen können dagegen die kostenlose Suche nutzen:

Hallo xxxx,

Es gibt zwei Möglichkeiten um für Sie passende Suchergebnisse zu erhalten:

1) Klicken Sie unter „Suche“ > „Spezial“ auf „Wer sucht mich“. Die Mitglieder, die Sie dann sehen, suchen Sie und Sie finden in der Galerieansicht direkt auch die gleichgeschlechtlich Suchenden.

2) Klicken Sie unter „Suche“ oder unter „Suche“ > „Spezial“ auf „Mein perfekter Flirt“. Die Mitglieder, die dann angezeigt werden, entsprechen Ihren Suchkriterien und umgekehrt. So gelangen Sie ebenfalls zu den gleichgeschlechtlich Suchenden.

Mit freundlichen Grüßen

xxx

Auf meine Nachfrage warte ich noch heute auf eine Antwort.

Hallo Liebes Kundenserviceteam von Friendscout 24,

leider erschließt es sich mir nicht, warum ich auf Gold bzw. Platinoptionen zurückgreifen muss, wenn ich eine einfache Suche, wie sie für jeden User, der das gegenteilige Geschlecht sucht, kostenlos verfügbar ist.

Bei beiden Varianten muss ich zunächst einen Umweg gehen und kann nicht, wie andere User in der Schnellsuche auf der Startseite auf suchen klicken. Hinzu kommt, dass ich, wie anfangs erwähnt für erwähnte Varianten ein Gold bzw. Platinuser sein muss.

Mit freundlichen Grüßen,

xxx

So etwas MUSS sich endlich ändern. Wir leben in 2012, Diskriminierung sollte, nur noch in Geschichtsbüchern zu finden sein. Doch dem ist nicht so und wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Es ist an der Zeit anzupacken, statt sich zu verkriechen!

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42er Handtuchturbanmob

Da in der Vergangenheit immer wieder Menschen mit islamischem Glauben verunglimpft, als Terroristen bezeichnet wurden und sich sogar Parteien gegen sie gegründet haben, habe ich nun eine Idee.

Bereits im vergangenen Jahr hatten wir die Aktion „Weihnacht statt Angst“ bei der wir unter dem Motto Keine Angst vor Männern mit Bärten, wider die Terrorhysterie als Weihnachtsmänner verkleidet demonstriert haben.

Für den Bundesparteitag lautet meine Idee nun, dass wir uns alle das Handtuch, das wir eh dabei haben (42 und so😉 als Turban um den Kopf wickeln und damit zeigen, dass Menschen mit islamischem Glauben auch nur Menschen sind und beim Bundesparteitag mit dieser Aktion ein Statement gegen diese plumbe Hetze, wie sie von vielen, auch in der Politik betrieben wird.

Spread the world!

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Quotenregelungen

Wer kennt ihn nicht, den Girlsday? Den Girlsday gibt es übrigens seit 2001. Wer weiß eigentlich, seit wann es den Boysday gibt? Nichtmal bei Wikipedia ist ein Datum des ersten Boysdays zu finden. Somit ist das Argument, dass der Boysday genausolange existiert, wie der Girlsday hinfällig. Zudem weiß ich von Firmen, die erst dieses Jahr (2011) das erste Mal einen Boysday veranstaltet haben.
Der Girlsday soll übrigens dazu dienen Frauen die Männerberufe näher zu bringen, umgekehrt erscheint das vielen aber kaum wichtig zu sein.

Selbst in der CDU gibt es Überlegungen, die Frauenquote zu fördern. Die CDU! eine Partei, die in der Vergangenheit nicht unbedingt durch fortschritliche Politik bekannt wurde.

Die Frauenquote wurde eingeführt, um es Frauen zu ermöglichen, in Führungspositionen zu gelangen, um sie in Männerberufe zu bringen. Dem Beobachter wird hierdurch suggeriert, dass es die Frauen nicht alleine schaffen und dass sie hierbei unbedingt Hilfe benötigen, die Quote somit ein Mitleidsbröckchen für die Frauen darstellt. Dies ist allerdings absolut nicht der Fall! Frauen brauchen hierbei keine Hilfe, sie schaffen es in Vorstände und „Männerberufe“ ganz ohne Hilfe. Über den Begriff „Männerberufe“ werde ich hier nicht weiter philosophieren, es sei jedoch gesagt, dass ich diesen Begriff genauso unangebracht finde, wie eine Quote, oder den Begriff „Frauenberufe“.

Was ist eigentlich mit der Schwulenquote? Oder der Lesbenquote? Der Bisexuellenquote? Der Trans- und Bigenderquote? Diese Menschen haben es oftmals noch viel schwerer und werden nicht durch eine Quote gefördert. Trotzdem schaffen sie es erfolgreich zu sein. Sie sind z.B. in Führungspositionen jeglicher Art anzutreffen.

Übrigens halten auch viele Frauen die Frauenquote als überflüssig und vor allem diskriminierend. Nicht nur den Männern gegenüber, sondern vor allem auch gegenüber den Frauen.

Auch bei den Piraten über die Quote gesprochen. So gab es z.B. eine Diskussionsrunde im schlanken Satan zum Thema. Hier war es bereits schwierig überhaupt einen Fürsprecher der Quote zu finden.

Es endete damit, dass man, wie auch ich, die Meinung vertrat, dass man die Leistung anstelle körperlicher Attribute oder einer Orientierung werten sollte. Denn für den Körper oder eine Orientierung, kann ein Mensch nichts, für seine Leistung schon.

Es liegt an uns, der Gesellschaft umzudenken und die Menschen zu nehmen, wie sie sind und ihre Leistungen nicht auf einen Körper zu reduzieren. Also, lasst uns gemeinsam frei von Diskriminierung und Abgrenzungen leben, denn wir sind alle Menschen!

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